Wanderungen durch den „Nationalpark Unteres Odertal“ – Teil 1

Nationalpark Unteres Odertal

Von den fünfzehn deutschlandweiten Nationalparks befindet sich einer im Land Brandenburg – nicht allzu weit weg von unserer Haustür (ca. 70 km).
Die Rede ist vom „Nationalpark Unteres Odertal“.
Er erstreckt sich entlang des unteren Oderlaufes oberhalb des Oderbruchs.
Mit einer Fläche von rund 10.300 ha und einer Ausdehnung von 60 km Länge und 2-8 km Breite ist er der einzige Nationalpark mit einer Flussauenlandschaft.
Das Gebiet dient gleichzeitig der Wasserstands-Regulierung der Oder, insbesondere in den Wintermonaten.
Der Nationalpark lässt sich gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch geführt per Kanu erkunden.
Wer sich dafür interessiert, kann sich beim Besucherzentrum „Nationalpark Unteres Odertal“ kundig machen.
Wir haben uns entschlossen, an mehreren Tagen einzelne Teile des Naturparks kennenzulernen und dabei auf „Fotosafari zu gehen“. Das gesamte rund 200 km lange Wander- und Radwegenetz lässt sich ohnehin nicht an einem Tag erkunden.
Es gibt gleich mehrere Gründe, den Schwedter Ortsteil Criewen als Ausgangspunkt für eine Wanderung durch das Untere Odertal zu nutzen. Zum einen befindet sich dort das bereits erwähnte Besucherzentrum, das diverses Informationsmaterial bereithält und auch Auskunft über die Begehbarkeit der Wanderwege geben kann (mögliche Auswirkung der Überflutung).

überflutete Wiesen

überflutete Wiesen

überflutete Wiesen

überflutete Wiesen

Zum anderen beginnt dort der Auenpfad, ein knapp 4 km langer Wanderweg, der sich entlang von Oder-Nebenarmen bzw. Weihern und Tümpeln schlängelt und schließlich am  Wehr Niedersaaten an der Oder endet.
Criewen als Ausgangspunkt zu nutzen lohnt sich aber auch noch aus einem weiteren Grund. Der Ort selbst hat einige Sehenswürdigkeiten aufzubieten. Dazu gehört der Lenné-Park, die aus

Lennepark Criewen

Lennépark Criewen

Dorfkirche Criewen

Dorfkirche Criewen

dem 13. Jhdt. stammende Dorfkirche und die aus Schloss und Wirtschaftshof bestehende Gutsanlage – heute Sitz der Nationalparkverwaltung.

Teil 1:  Wanderung entlang des Auenpfades (21.04. bzw. 06.05.2016)

Schräg gegenüber vom bereits erwähntem Besucherzentrum führt der Weg Richtung Criewener Brücke über die Friedrichsthaler Wasserstraße. Man überquert den Deich, der zugleich als Oder-Neiße-Radweg ausgebaut ist und hat einen schönen Blick auf die Auenlandschaft und auf den beginnenden Auenpfad.
Der Weg ist – wie bereits erwähnt – abhängig vom Wasserstand ganzjährig nicht begehbar.
Im Sommerhalbjahr sollte es aber keine Probleme geben.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann gern im Criewener Besucherzentrum nachfragen. Die Naturwacht im Nationalpark Unteres Odertal gibt ein Informationsmaterial heraus, dass man sich auch online herunterladen kann. Es enthält neben einer kleinen Übersichtskarte eine Übersicht zu Flora und Fauna des Auenpfades.
Nach einem kurzen Abschnitt über Grünflächen geht es entlang von Altarmen der Oder. Schilfrohr und knorrige Bäume sind hier die bestimmenden Elemente.
Uns begleitet eine Feldlerche mit ihrem charakteristischen Gesang. Den kleinen quirligen „Kerl“ mit der Kamera einzufangen, ist uns trotz mehrfacher Bemühungen leider nicht gelungen.
Zwischendrin werden immer wieder kleine Stand- und Fließgewässer sichtbar, auf denen sich während unserer Tour Schwäne in Ihrer majestätischen Art bewegen, uns aber auch etwas argwöhnisch beobachten.

12 Fotos | Zum Vergrößern Bilder bitte anklicken !

Am Rande eines anderen Gewässers halten Wildgänse gerade Ihre Mittagsruhe. Wir genießen Stille, die an verschiedenen Stellen nur von den Rufen der Kraniche und immer wieder von Froschkonzerten „gestört“ wird.
Überrascht hat uns, dass es zu dieser Jahreszeit noch so viele Kraniche in der Region zu sehen waren.
Und natürlich durften auch Meister Adebar und Graureiher nicht fehlen, die dabei waren, sich ihr „Mittagsmahl“ zu fangen.

Wehr Niedersaaten

Wehr Niedersaaten

Wehr Niedersaaten

Wehr Niedersaaten

Wehr Niedersaaten

Wehr Niedersaaten

Nach einer guten Stunde erreicht man die Oder und das Niedersaatener Wehr und das Eiswachthaus.
Das Wehr dient der Regulierung der Oder, insbesondere bei Oderhochwasser.
Auf der anderen Oderseite kann man die Kirche und einige Häuser des polnischen Ortes Zaton Dolny erkennen.

Blick nach Zaton Dolny

Blick nach Zaton Dolny

Biberauswirkungen

Biberauswirkungen

Biberauswirkungen

Biberauswirkungen

Unterwegs und an der Oder konnten wir von Bibern angenagte Baumstümpfe aus unmittelbarer Nähe betrachten und einen Eindruck von der „Wirksamkeit“ ihrer Nagezähne gewinnen.

Nach einer kurzen Rast ging es zurück nach Criewen.
Wer noch Einkehren will, kann dasinnerorts in „Anitas Eis-Stube“ oder in der „Gaststätte/Pension Zur Linde“ tun.Teil 2 folgt.

Quellen:

(1) – Tourismusverein Nationalpark Unteres Odertal e.V.

(2) – Verein der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal e.V.

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