Fechten nach mittelalterlichem Vorbild im Werneuchener Ortsteil Schönfeld

Fechten Sankt Markus

„Bekanntes und Unbekanntes aus Werneuchen“ – in dieser Rubrik erzählen wir in zeitlich unregelmäßigen Abständen in Wort und Bild über das Leben in unserer Kleinstadt.

Fechten – wie es bei unseren mittelalterlichen Vorvätern üblich war – gibt es das auch in Werneu­Wappen Fechtgruppe Schönfeldchen ?
Ja, gibt es.
Eine Fechtgruppe im Werneuchener Ortsteil Schönfeld beschäftigt sich sein rund fünf Jahren mit diesem Thema.
Sechs Fechtsportler, darunter zwei Frauen, trainieren immer sonntags von 09:00 – 11:00 Uhr in ihrer eigens dafür ausgebauten Übungsstätte in der Schönfelder Hauptstr. 26.

Wir haben sie an einem ihrer sonntäglichen Trainingstage besucht.
Geleitet wird die Gruppe von Dirk Ludwig, vielen Reitsportlern auch als mobiler Hufschmied in unse­rer Region bekannt.
Er trainierte mehrere Jahre in Japan und bringt heute seine Erfahrungen in die Schönfelder Sportgruppe ein.
„Wir üben die Deutsche Fechtschule vergangener Jahrhunderte nach Meister Lichtenauer zur sportlichen Ertüchtigung und Brauchtumspflege aus“ kann man auf der Internetseite der Gruppe lesen.
Betrieben wird also ein an die historische Realität angepasster Fechtsport, bei dem als haupt­sächliche Sportgeräte (übrigens allesamt Übungsgeräte)

  • das Langschwert (mit zwei Händen geführtes Schwert)
  • der Degen (Scheibendolch mit Drei- oder Vierkantklinge)
  • der Dussack (Hieb- und Stichwaffe mit gekrümmter Schneide) und
  • das Rapier (zweischneidige Stich- und Hiebwaffe mit gerader Klinge)

eingesetzt werden.

 

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Die waffenlose Selbstverteidigung gehört ebenfalls zu Repertoire der Sportgruppe.
Das Training begann wie allgemein üblich mit Übungen zum Aufwärmen.
In der Folge waren dann Trainingselemente mit dem Langschwert, dem Dussack und dem Säbel zu absolvieren.
Gewissermaßen zur „Erholung“ wurde dann mit selbsthergestellten Gewichten trainiert.
Den sportlichen Abschluss bildeten Übungen zur Selbstverteidigung am „Bob“, wie liebevoll der neuangeschaffte Dummy genannt wurde.
Die Gruppe sieht im Fechtsport aber nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Übung. Deshalb legt man auch sehr viel Wert auf eine inhaltliche Diskussion. „Wer sich inhaltlich mit dem Fechtsport auseinandersetzt, an seiner Disziplin und Einstellung arbeitet, der kann auch verantwortungsbewusster damit umgehen, “ – so der Tenor in der Sportgruppe.
Mitmachen kann jeder, der das 10. Lebensjahr erreicht hat und die körperlichen Voraussetzungen mitbringt. Disziplin und Verantwortungsbewusstsein sind ebenso gefragt wie die Bereitschaft, sich in die Gruppe einzuordnen.
Der Monatsbeitrag beträgt derzeit 10 Euro.

 

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Sportgeräte stehen zur Verfügung.
Eine komplette Sport-Ausrüstung ist aber preislich nicht ganz ohne und kann schnell mal mehrere hundert Euro kosten.

Viel vorgenommen hat sich die Sportgruppe auch beim weiteren Ausbau der Trainingsstätte.
Im Erdgeschoss des Gebäudes sollen in der nächsten Zeit noch zwei weitere Räume ausgebaut werden.
Sie sind vor allem für das gesellige Beisammensein der Gruppenmitglieder vorgesehen.
Wer sich für die Fechtsportgruppe interessiert, kann sich gern bei Dirk Ludwig melden (Kontaktdaten siehe unten).
Und noch ein kleiner „Geheimtipp“.
Auf dem Hof gibt es eine alte Schmiede.
Wenn Ihr all´ Euren Charme einsetzt, zeigt Euch Dirk Ludwig vielleicht auch seine Arbeitsstätte.

Kontaktdaten: Dirk Ludwig Hauptstr. 26, Werneuchen / OT Schönfeld Tel.: 0174 / 171 38 59

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