„Burg Nagezahn“ – ein Schutz- und Lebenshof für Haustiere im Werneuchener Ortsteil Hirschfelde

Burg Nagezahn Eingang

Avatar Karl Lehmann (K.L.) 12. August 2020

Die Deutschen lieben Haustiere.
Folgt man der Statistik [1], so gab es im Jahr 2019 rund 34 Mio. Haustiere.
Katzen gehören mit rund 14,7 Mio. zu den beliebtesten Haustieren, gefolgt von Hunden mit 10,1 Mio. und Kleintieren mit 5,2 Mio.
Zu den Kleintieren zählen man u.a. Chinchillas, Degus, Hamster, Kaninchen, Mäuse, Meerschweinchen, Ratten aber auch Zier-Fische und -Vögel.

Leider lässt sich nicht immer sagen, dass Haustiere artgerecht gehalten werden.
Immer mal wieder liest oder hört man davon, dass Haustiere ausgesetzt werden, weil sie dem Halter „lästig“ geworden sind.
Haustiere können vereinsamen, weil ihnen z.B. ein Partner oder eine Partnerin fehlt.
Eine falsche Ernährung kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
Und leider muss man auch feststellen, dass Tierquälerei bei Haustieren nicht ausgeschlossen ist.

 
Burg Nagezahn, Eingangsbereich
 

Zum Glück gibt es Einrichtungen wie den Verein Burg Nagezahn e.V., die solchen Tieren eine Heimstatt bieten und sich liebevoll um sie kümmern.
Die Mitglieder des Vereins „wollen durch Aufklärungsarbeit, durch den Bau von artgerechten Gehegen und die dauerhafte Aufnahme von Tieren“ mithelfen, geschädigten Tieren ein artgerechtes Leben bis zum Lebensende zu ermöglichen.
Der Verein hat seinen Sitz und sein Domizil im Werneuchener Ortsteil Hirschfelde.
Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Am 5. August waren wir vor Ort. Der Vereinsvorsitzende Rico Gürtler hat uns mit viel Sachkenntnis durch das Freigelände und die Räumlichkeiten geführt.

 
  • Burg Nagezahn, Hühner
    Hühner -Magdalena, Elfriede und Helene (v.l.n.r)
  • Burg Nagezahn, Hühner
    Hühner – Clarabella (hinten), Elfriede (vorn)
 

Was uns als erstes auffiel war, dass jedes Tier einen Rufnamen hat und auch damit angesprochen wird. Dazu zählen auch Hühner. Ein Huhn mit Namen Helene schien besonderes Gefallen an Juttas rotlackierten Zehennägeln zu haben. Jedenfalls wich Helene bei der Besichtigung des Freigeländes nicht von Ihrer Seite.
Das abgesicherte Freigelände verfügt über eine Fläche von rund 500 m² und ist für Kaninchen vorgesehen. Hinzu kommt ein Unterstand vom 31 m², der für die Nacht als sicheres Quartier dient und auch tagsüber frei zugänglich ist.
Im Freigelände gibt es diverse Möglichkeiten für Kaninchen, sich ihr Plätzchen auszusuchen.

 
  • Burg Nagezahn, Kaninchen
    Kaninchen – Inge
  • Burg Nagezahn, Kaninchen
    Kaninchen Lola
 

Aktuell leben auf dem Freigelände 9 Kaninchen, darunter auch Lola, die leider nur noch über einen Löffel verfügt, wie man in der Fachsprache zu den Ohren von Kaninchen sagt.
Neben den Kaninchen im Garten, den 4 sogenannten Handicapkaninchen und den 4  Kaninchen, die sich in Quarantäne befinden, leben auf dem Hof derzeit 34 Nagetiere, darunter Chinchillas (4), Degus (9), Meerschweinchen (10), Mäuse (6 davon vier Farbmäuse und zwei Rennmäuse) und ehemalige Laborratten (5). Und nicht zu vergessen vier Hühner. Letztere stammen aus einer ehemaligen Halle mit 12.000 Legehennen.

Alle Tiere haben ihre teils leidvolle Geschichte. So musste z.B. das Kaninchen „Samson“ behandelt werden, weil es wunde Hinterläufe hatte.
Das Meerschweinchen „Moni“ wäre fast verhungert, wenn es nicht bei Burg Nagezahn ein neues zu Hause gefunden hätte und dort wieder aufgepäppelt werden konnte.

Für alle Tierarten ist ausreichender, den Bedürfnissen angepasster Platz, vorhanden.
So verfügen die Rennmäuse z.B. über eine 10 m lange „Rennbahn“. Die Degusgruppe lebt in einem eigenen 25 m² großen Raum mit entsprechenden Spiel- und Klettermöglichkeiten. Die Meerschweinchengruppe lebt ebenfalls in einem eigenen Raum
(20 m²) mit viel Freiraum für Bewegung, aber auch für Ruhephasen.

 
Burg Nagezahn, Meerschweinschenzimmer
Ein Blick ins Meerschweinschenzimmer
 

„Die Versorgung und Pflege der Tiere ist ein Fulltime-Job, der ehrenamtlich ausgeführt wird. Tägliche Reinigung, Fütterung und bei Bedarf eine Medikamentengabe sowie die Beschaffung von Futter stehen täglich auf der Tagesordnung“ erzählt uns Rico Gürtler bei unserem Rundgang.
Da den Tieren eine möglichst naturnahe Nahrung angeboten werden soll, wird in den Sommermonaten Grünfutter mit Wildkräuteranteil beschafft. In den Wintermonaten steht z.B. die Besorgung von verschiedenen Gemüsearten auf der Tagesordnung.
Abgesehen vom Arbeitsaufwand entstehen für die Pflege, Nahrung, Medikamente und tierärztliche Betreuung erhebliche Kosten, die vom Verein getragen werden müssen.
Daher freut sich der Verein über jede Spende, ob als Geld- oder Sachspende oder als Tierpatenschaft.
Eine ehrenamtliche aktive Mithilfe auf dem Hof ist ebenfalls möglich. Wer gern spenden oder mithelfen will, findet die Daten am Ende des Beitrages.
Außerdem kann man vor Ort einen persönlichen Rundgang und eine individuelle Beratung durchführen. Dazu bitte vorab stets einen Termin vereinbaren, da es keine festen Öffnungszeiten gibt.

Lassen Sie uns abschließend noch eine persönliche Anmerkungen machen.
Der Verein um Rico und Natascha leistet eine tolle Arbeit, die aller Ehren wert ist.
Besonders beeindruckt hat uns, mit welchem Herzblut sich um das Wohl der Tiere gekümmert wird. Einfach nur klasse.
Wir haben uns entschieden, dem Verein einen Geldbetrag zu spenden. Es wäre schön, wenn Sie sich auch zu einer Spende entschließen könnten.

 

Noch einige Fotos zum Abschluß:

  • Burg Nagezahn, Degu - Fred
    Degu – Clyde
  • Burg Nagezahn, Degu - Fred
    Degu – Fred
  • Burg Nagezahn, Meerschweinchen Hanna
    Meerschweinchen Hanna
  • Burg Nagezahn, Degu Pina
    Degu – Pina
  • Burg Nagezahn, Kaninchen Bill
    Kaninchen Bill beim “Siesta halten”
 

Kontaktdaten und Spendenmöglichkeiten des Vereins Burg Nagezahn e.V. :

Adresse Burg Nagezahn e.V. | Eduard-Arnhold-Straße 4 | 16356 Werneuchen OT Hirschfelde
Ansprechpartner Rico Gürtler und Natascha Junker
Telefon 0177-96 211 38
Mail burgnagezahn@web.de
Webseite www.burg-nagezahn.de
Facebook https://www.facebook.com/burgnagezahn
Spendenmöglichkeiten mit einzelnen Erläuterungen findet man auf der Webseite des Vereins im Menüpunkt “Helfen“.
 

[1] – Der deutsche Heimtiermarkt 2019 | Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V. | https://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Intranet/Dokumente/ZZF_IVH_Folder_2019_Deutscher_Heimtiermarkt_und_Heimtierpopulation.pdf | aufgerufen am 07.08.2020